Dr. Mauz in St. Hedwig
30 Zuhörer warteten gespannt auf die Beantwortung ihrer vorab gestellten Fragen. Chefarzt Dr. Mauz war bereits 38-mal bei uns und somit bekannt. Bis die Geräte aufgebaut waren, wurde das Gedicht von Haiko Röder vorgetragen: Colonia Augusta Treverorum – oder: Wie der Weinbau an die Mosel kam.
Bei der 1. Frage ging es um Levodopa: seit über 50 Jahren das wichtigste Parkinson-Medikament. Lange hieß es: möglichst spät beginnen. Heute liegt das Wohlbefinden des Patienten im Vordergrund. Zu Beginn wird Levodopa langsam gesteigert, bis die gewünschte Wirkung erreicht ist. Bei zu viel L-Dopa kommt es zu Überbewegungen. Wichtig: die Einnahme der Parkinsonmedikamente soll im zeitlichen Abstand zum Essen erfolgen, da es bei Eiweißhaltiger Kost weniger wirkt. Inzwischen gibt es verschiedene Darreichungsformen: Levodopa zum Inhalieren, so wird eine schnellere Wirkung erzielt – hält aber nur kurze Zeit an. Auch die löslichen Tabletten wirken schnell, aber nur kurz. Für die Nacht gibt es Retard-Kapseln, die eine lange Wirkungsdauer versprechen. Bei mehr als 5-maliger Einnahme kann die Pumpe zum Einsatz kommen, die kontinuierlich das Mittel unter die Haut leitet. – Apomorphin gibt es als Pumpe, als Plättchen unter die Zunge oder als Pen. Diabetiker kennen diese Darreichungsform.
Hopledo: das neue Medikament macht Hoffnung bei fortgeschrittenem Parkinson, da es nur 2 x täglich eingenommen werden muss. Allerdings ist die Umstellung nicht einfach. Die Kosten sind deutlich höher: Levodopa kostet 36 €, die gleiche Menge Hopledo 132 €. Da es nur ½ Stunde mehr an Beweglichkeit bringt, empfiehlt Dr. Mauz noch abzuwarten.
THS – Tiefe Hirnstimulation wird in Kirchheim noch nicht behandelt. Die Patienten müssen nach Tübingen zur Einstellung und Kontrolle.
Telemedizin: TENEAM = teleneurologisch-ambulante Versorgung. Hat sich bei uns noch nicht durchgesetzt, wird aber sicher noch kommen.
Tropfende Nase: ist ein Symptom von Parkinson. Das Medikament Ipratropium hemmt das Symptom. Die Speichelproduktion aber auch. Der Mund wird trocken. Zu viel Ipratropium kann verwirrt machen. Es kann auch zu Nasenbluten kommen.
Impfung gegen Parkinson: Wirkstoff ACI-7104.056. Diese Substanz soll das Immunsystem dazu anregen, Antikörper gegen Alpha-Synuclein (Auslöser für Parkinson) herzustellen und das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen. Dazu gibt es noch zu wenig Erfahrung, es wird also noch ca. 10 Jahre dauern.
Ernährung: Dr. Mauz empfiehlt mediterrane Kost, also viel Obst, Gemüse, Nüsse, Fisch. Wichtig ist auch viel zu trinken gegen Verstopfung. Vitamin-Mangel ist nicht der Parkinson-Erkrankung geschuldet, sondern dem Alter. Sein Tipp: Heilfasten.
Nach der Kaffeepause wird noch zum nächsten Treffen am 26.11. mit Frau Lamprecht und zur Weihnachtsfeier am 10.12. eingeladen.