St. Hedwig mit Chefarzt Dr. Mauz
Trotz Sturm und Regen waren fast 30 Personen gekommen um die Antworten ihrer Fragen von Dr. Mauz zu erhalten. Chefarzt Dr. Mauz war bereits mehr als 35-mal bei uns und somit den meisten bekannt.
Anhand einer DAT-Scan-Aufnahme zeigte uns Dr. Mauz die deutliche Veränderung der Substantia nigra bei Parkinson. DAT-Scan steht für Dopamintransporter-Scan und wird zur Parkinson-Diagnostik verwendet.
Antwort auf die 1. Frage zu Speichelfluss bei Parkinson: Ursache ist nicht zu viel Speichel, sondern der nachlassende Schluckmuskel. Dieser sollte täglich trainiert werden durch bewusstes kräftiges Schlucken bei aufrechter Haltung. Auch das starke Verschließen der Lippen muss trainiert werden. Medikamente wie Scopelamin machen einen zu trockenen Mund und sind besonders für Ältere nicht geeignet, da es auch zu Sehstörungen und Halluzinationen kommen kann. – Die Behandlung mit Botulinumtoxin-Spritzen kann beim HNO-Arzt durchgeführt werden. Das Nervengift muss alle 3 – 6 Monate gespritzt werden und ist privat zu bezahlen. TIPP: besser ist üben, kräftig schlucken, Lippenverschluss, Kaugummi kauen. – Botox wird bei zu viel Falten gespritzt und auch gegen häufiges Wasserlassen.
Antwort auf Frage 2 zu Elektrokardioversion und Schluckstörung: Bei Vorhofflimmern müssen die Patienten Blutverdünner einnehmen. Dadurch kann eine bestehende Schluckstörung jedoch stärker werden. Ein Elektro-Schock gegen VHF kann die Schluckstörung wieder verbessern. Der gleiche Effekt wie bei der EMS = Elektro-Muskel-Stimulation.
Zu Frage 3: TVNS = Transkutane Vagusnerv-Stimulation hilft bei Epilepsie und Depression. Es kann bei Parkinson auch zur besseren Gangsicherheit, Denkleistung und guter Verdauung führen. – Der Vagusnerv geht vom Gehirn zum Darm. Er wirkt entspannend auf Blutdruck, Atmung, Entzündungen u.a. - TVNS stimuliert den Vagusnerv auf verschiedene Arten z.B. im Ohr oder am Hals. Therapiedauer: 2 – 4 Stunden, Kosten ca. 300 €. Einfache Übungen: OMMM summen (lang und tief wie die Mönche), Gurgeln u.a.
Antwort auf Frage 4 zu Atremo Plus: Das Nahrungsergänzungsmittel besteht aus der Puffbohne, es enthält Levodopa. Es ist nicht harmlos und sollte nur in sehr kleinen Mengen eingenommen werden, da es auch den Blutdruck erhöht.
Frage 5 Kamptokormie = parkinsonbedingte Krümmung der Wirbelsäule. Dagegen helfen gezielte Übungen und aufrechte Haltung. TIPP: Rollatoren verführen zum Vorbeugen, also aufrecht gehen.
Zu Frage 6: THS = Tiefe Hirnstimulation sorgt bei Parkinson für bessere Beweglichkeit und wirkt gegen Tremor, also Zittern. Die neue Version mit 16 Kontakten ermöglicht eine feinere Steuerung, ist aber aufwändig und teuer.
Antwort zu Frage 7: An der Uni-Klinik in Freiburg wird Parkinson-Zittern mit Ultra-Schall + Erwärmung behandelt. Die Erwärmung kann jedoch erhebliche Schäden verursachen.
Frage 8: Jejunale Pumpen-Therapie besser als DuoDopa-Pumpe? Antwort: Wer mehr als 5 x täglich Parkinsonmittel braucht, bekommt durch die Pumpen-Therapie eine deutliche Erleichterung. Im Vergleich zur bisherigen Duodopa-Pumpe ist die Op. der Jejunalen Therapie mit Zugang zum Dünndarm schwieriger. Die gleichmäßige Wirkung des Parkinsonmittels ist bei beiden Arten gleich. Vorteil der Jejunalen Pumpe: sie kann selbst bedient werden.
Antwort zu Frage 9: Eiweiß als Marker zur Früherkennung von Parkinson ist wenig sinnvoll, weil es kein Medikament gibt, das Parkinson verhindert. Studien mit Exenatid – Mittel gegen Diabetes. Nilotinib – wirkt gegen Leukämie. Prasinezumab – soll Alpha-Synuklein binden. Aber alle Studien zeigen wenig Erfolge.
Antwort zu Frage 10: Aus embryonalen Stammzellen können alle Zellen gezüchtet werden. Vielleicht das Parkinsonmittel der Zukunft.
Antwort zur Frage der Zuhörer zu Apomorphin: Es wird zusätzlich zu den Parkinsonmitteln verwendet, z.B. als Spray. Es wirkt sofort über die Schleimhaut.
Bei den Bekanntmachungen wurde zum nächsten Treffen am 27.11.25 eingeladen. Bereits am 4.12.25 ist unsere Adventsfeier.