Dr. Mauz in St.Hedwig
Bereits 31 Mal war Dr. Mauz, Chefarzt der Neurologie der Medius-Kliniken, bei uns. Vor 42 Interessierten Zuhörern konnte Dr. Mauz die vorab an ihn gestellten Fragen beantworten:
Impulskontroll-Störung: Z. B. Heißhunger-Attacken machen Übergewicht und dadurch unbeweglich. Zwanghaftes Glücksspiel oder z. B. auch Kaufsucht kann existenzgefährdend sein. Ursache: Dopamin-Agonisten. Mit dem Arzt muss besprochen werden, wie die Medikamente umgestellt werden können.
Hilfe: Sport und Verhaltens-Therapie.
Aut idem: Levodopa ist das wichtigste Medikament gegen Parkinson. Die Apotheken halten sich an die Rabattverträge, die oft verändert werden. Wenn der Patient erkennt, dass das geänderte Medikament weniger wirkt, kann der Arzt auf dem Rezept „Aut idem“ ankreuzen. Der Kasse gegenüber muss er dies begründen – oder der Patient zahlt drauf.
Brennende Zunge: kommt oft von den Medikamenten, verändertem Speichelfluss oder Soor. Dabei sollte auf die Nährstoffe geachtet werden, z.B. auf Mangel an Vitamin B 12, Folsäure, Zink. Auch bei Reflux und Neuropathie.
Augenprobleme: Weil Parkinsonkranke zu wenig Lieschlag machen, werden die Augen zu trocken. Es kommt zu Blepharitis (Lidrandentzündung). Auch Medikamente gegen Asthma, Blasenentzündung, Halluzinationen können zu tränenden Augen führen. Behandlung: Tränenergänzungsmittel.
Freezing: bedeutet am Boden festgefroren. Die Patienten sind blockiert. Hier sollte der Arzt den Dopamin-Mangel ergründen und behandeln. Hilfreich sind sensorische und visuelle Reize, die geübt werden.
Komplex-Therapie: Wenn bei Patienten eine 2 x wöchentlich durchgeführte Krankengymnastik und 4 x täglich Medikamenten-Einnahme nicht ausreichen, kann der Hausarzt oder Neurologe eine Einweisung ausstellen. Die Komplex-Therapie ist aufwendig, es werden mehrere Therapeuten benötigt.
Pumpen-Therapie: neue Systeme werden subkutan (unter die Haut) gelegt. Die Kanüle wird nach 3 Tagen gewechselt. Für Patienten, die mehr als 5 x am Tag Medikamente schlucken. Alternativ: Apomorphin-Pumpe, oder Duodopa.
THS-Tiefe Hirnstimulation: wird nicht bei Demenz empfohlen. Neue Systeme sollen 20 Jahre funktionieren – ist noch nicht ausreichend erprobt!
Kynmobi: Dieses neue Medikament gibt es seit Mai, als Starterset ab 150 €. Es wird auf die Zunge gesprüht und wirkt sofort – enthält Apomorphin.
Berufskrankheit Parkinson: Soll für Landwirte anerkannt werden, seht aber noch nicht auf der Liste für Berufserkrankungen. Bekannt ist, dass Umweltgifte und Pflanzenschutzmittel Parkinson auslösen können.